Um 9:00h geht’s los. Skipper Bojan nimmt uns an Bord und zwei Zodiacs ins Schlepptau. Auch hier wieder heißt es Safety First und wir lernen das Boot und die Spielregeln dafür kennen. Immer festhalten, immer von hinten ans Boot ranschwimmen, wo sind die Schwimmwesten, wo ist Verbandszeug, wen ruft man im Notfall an. Wir verlassen den Hafen von Luka und können es kaum erwarten, uns dem Wasser zu überlassen. Nach fünfzehn Minuten Bootsfahrt erreichen wir eine Bucht im Süden der Nachbarinsel Tijat. Für den ersten Tag steht Schwimmen entlang der Küste auf dem Programm, damit wir uns mit dem Meer, den Wellen und dem Salz vertraut machen. 24,5 Grad Wassertemperatur, ein makelloser Himmel, eine leichte Brise bescheren uns einen perfekten Tag.
Wir gehen in drei Teams ins Wasser. Team gelbe Badekappe startet zuerst und bekommt 150 Meter Vorsprung. Dann springt Team orange hinterher und geht es an. Ich starte mit zwei Männern und einer Frau im Team pinke Badekappe zuletzt. Wir lassen es gemütlich angehen und kraulen uns an die beiden Gruppen heran. Ich brauche ein paar Minuten, um mich an das spezielle auf und ab der Wellen zu gewöhnen. Gleiten wie im See oder im Schwimmbad ist oft nicht drin. Dafür ist das Wasser glasklar. Die Unterwasserwelt hat hier allerdings nicht viel zu bieten, aber der Blick auf die Küste ist umso schöner.
Hinter uns sind Orla und Marc in den Beibooten unterwegs und behalten uns immer im Blick. Alle tausend Meter sammeln wir uns bei ihnen, können Getränke oder PowerSnacks aufnehmen. Und wir bestätigen uns immer wieder, wie toll es ist, im Wasser zu sein. Mein gute Vorbereitung macht sich bezahlt. Ich bin fit, spüre kaum Ermüdung und fühle mich sehr gut.
Mittagspause machen wir nach vier Kilometer Schwimmen in Sepurine, einem Dorf auf unserer HomeBase-Insel. Ein Buffet an Bord macht uns satt und ein bisschen schläfrig, aber im Wasser sind wir schnell wieder wach und voll konzentriert, denn jetzt geht es an die Videoaufzeichnungen unseres Schwimmstils zur späteren Besprechung.
Im Anschluss machen wir uns auf, die letzten vier Kilometer des Tages zu absolvieren. Entlang der festlandseitigen Küste geht es Richtung Südspitze, die wir umschwimmen. Erst kurz vor der Hafeneinfahrt gehen wir wieder an Bord.
Ein toller Tag geht zu Ende, und wir freuen uns schon auf noch mehr Meer: ein Crossing von Insel zu Insel, das allerdings nur bei ruhiger See möglich ist, steht bei uns allen auf der Wunschliste.
Entdeckung des Tages
Carl aus London erzählt mir von seinem Channelcrossing. 2009 (nach 2 Jahren Vorbereitungszeit) hat er sich den Traum erfüllt, den Ärmelkanal zu durchschwimmen. 33 Kilometer zuzüglich einiger Kilometer Strömungsabweichung von Dover nach Calais hat er in 13 Stunden bewältigt. Seine Einschätzung: Man muss „nur“ ein sehr guter Schwimmer sein, Schnelligkeit zählt hier nicht, der KOPF ist entscheidend. Da die Wassertempertur dabei meist nicht über 15°C läge, sei eine gute natürliche Polsterung ein MUSS, dabei lacht er und tätschelt seinen Bauch.
Ich bin inspiriert und will mehr wissen.
Deshalt lautet der…
…Tipp des Tages
https://swim.de/aktuell/abenteuer-aermelkanal/
autor: Michael Boldt
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