







Das Guten-Morgen-Stretching um kurz vor neun ist zur Routine geworden und macht uns vor dem Start locker. Die See ist ein bisschen kabbelig, und unser Skipper sucht deshalb wieder eine Stelle, wo Wind und Wellen uns nicht zu Ping-Pong-Bällen auf dem Wasser werden lassen. Vor Srima, einem Vorort von Vodice, werden wir in 200 Metern Entfernung zur Küste im tiefen Wasser ausgesetzt. Knapp vier Kilometer Richtung Süden die Festlandküste entlang liegen vor uns.
Zum Schutz vor der Sonne hatte ich mir ein Swimsuit zugelegt. Das trägt zwar nicht wie Neopren, gibt aber doch ein bisschen Auftrieb. Das Salzwasser tut sein Übriges und so bewältige ich die Stecke ohne große Mühe, auch wenn das Schwimmen gegen die Wellen und querlaufenden Wind herausfordernd ist.
Jadrija Beach ist unser Ziel. Der Ort Jadrija soll laut Skipper Bojan Namensgeber für die Adria gewesen sein, aber Wikipedia sagt etwas anderes. Es ist wohl nur natürlich, dass jedes angrenzende Land die Namensgebung für diesen schönen Teil des Mittelmeeres bei sich selbst verortet wissen möchte☺. Wir umrunden per Boot eine Felsnase und laufen in die Bucht von Strika ein, um dort unsere Mittagspause zu verbringen.
Nach dem Lunch skippert uns Bojan zum St. Nicola’s Fortress und erzählt uns dessen beeindruckende Geschichte. 2017 wurde die Festung des Heiligen Nikolaus auf die Liste des UNESCO-Welt-Architekturerbes gesetzt. Es ist ein einzigartiges Denkmal des venezianischen Verteidigungssystems des 16. und 17. Jahrhunderts. Immer wieder überrascht uns der Skipper mit seinem umfassenden Wissen über sein Land, seine Leute und vor allem über das Meer und das Wetter.
Auch am Nachmittag bleibt die See unruhig und der Wind unbeständig. An ein Crossing von Insel zu Insel ist leider noch immer nicht zu denken. Bojan beruhigt uns: Die nächsten Tage sollen besser werden. Die Risiken bei der aktuellen Wetterlage sind die stärkere Strömung und die Wellen, gegen die es anzuschwimmen gilt. Das ist selbst für geübte Ozean-Schwimmer herausfordernd.
Wir schippern zurück an die Nordspitze von Zlarin und schwimmen südostwärts etwas mehr als vier Kilometer die Küste entlang bis zur Südspitze der Insel. Von dort geht’s per Boot zurück zur HomeBase. Wir sind gespannt auf die Videoanalyse, die unsere Guide Orla mit jedem einzelnen von uns heute durchgehen wird. Den Abend verbringen wir dann mit einem gemeinsamen Abendessen, bei dem wir immer wieder auf ein Lieblingsthema zurückkommen: Wo auf der Welt kann man noch besonders gut Freiwasserschwimmen…… Beispielsweise in Neuseeland bei Auckland, beim 20km Solo Swim Marathon um Rangitoto Island.
https://swimscape.co.nz/products/swim-around-rangitoto-island-expression-of-interest
Eine Einladung zum privaten B&B sprachen Sanne und Ellie aus Auckland gleich dazu aus 😉
Entdeckung des Tages:
Ich sehe zum ersten Mal per Video, wie ich beim Kraulen im Wasser liege, wie meine Bein-Arm-Koordination aussieht, und ich lerne, dass meine Armtechnik auf einen älteren Jahrgang 😉 schließen lässt. Heute lehrt man offenbar, die Arme neben dem Körper gerade an der Hüfte vorbeizuziehen. Dafür finde ich im www allerdings keine Bestätigung.
Falls die Schwimmprofis des SVN das lesen sollten, schreibt mich dazu gerne an michaelboldt@arcor.de
Tipp des Tages:
Bei meiner Suche nach Antworten fand ich diese Videos hier. Vielleicht ist ja was Brauchbares für euch dabei, auch wenn die eigentliche Frage unbeantwortet bleibt ☺
Pushing Limits mit Johann Ackermann:
https://www.youtube.com/watch?v=Bmla3kCSV3Q
Docswim
https://www.youtube.com/watch?v=VZoJg8gY7Ac
autor: Michael Boldt
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