Krefeld/Friedrichshafen, 1. August 2026. Während andere den Bodensee gemütlich mit der Fähre überqueren, wählte Michael Boldt vom SV Neptun Krefeld den sportlichen Weg: Schwimmend bezwang der 67-Jährige am vergangenen Samstag (1. August 2026) das schwäbische Meer. Bei der zehnten offiziellen Bodensee-Querung sicherte er sich nicht nur den Altersklassensieg, sondern schwamm ganz vorne in der internationalen Elite mit.
Rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer starteten morgens um sechs Uhr im deutschen Friedrichshafen, um die elf Kilometer lange Strecke bis ins Schweizer Romanshorn zurückzulegen. Michael Boldt war an diesem Tag der älteste Athlet im gesamten Feld und absolvierte die Strecke ohne Neoprenanzug. Nach nur drei Stunden und 19 Minuten stieg er in der Schweiz aus dem Wasser. Das bedeutete Platz 1 bei den 60- bis 69-jährigen Herren und einen sensationellen zwölften Platz in der Gesamtwertung aller Männer. Zum Vergleich: Auf den Gesamtsieger, einen 23-jährigen Top-Schwimmer aus Mexiko, verlor der Krefelder gerade einmal 31 Minuten.
Dabei waren die Bedingungen auf dem bis zu 250 Meter tiefen See alles andere als einfach. Startete das Feld bei Sonnenaufgang noch bei idealen 24 Grad Wassertemperatur und spiegelglatter Oberfläche, schlug das Wetter zur Halbzeit um. „Zuerst kam ich sehr gut ins Gleiten“, berichtet Michael Boldt. „Aber nach rund vier Kilometern kam Wind auf. Da war es mit dem ruhigen Schwimmen wie in unserem Krefelder Sommerbad vorbei.“ Das kabbelige Wasser forderte Tribut; Einige Freiwasserspezialisten kämpften sogar mit Seekrankheit.
Dank der engen Begleitung durch DLRG-Boote, die die Schwimmer mit roten Badekappen und Sicherheitsbojen überwachten, kamen alle Athleten sicher ans Ziel. Per Boot wurden bei Bedarf Elektrolytgetränke und Powergels angereicht – den Durst zwischendurch konnten die Schwimmer dank der erstklassige Wasserqualität des Sees zwischendurch schwimmend löschen.
Für das Krefelder Schwimm-Urgestein war die Reisestrapaze jede Sekunde wert: „Mitten auf dem See, mit dem Blick auf die Berge, 250 Meter Wasser unter mir und dem unendlichen Himmel über mir – da bin ich einfach nur glücklich in meinem Element“, schwärmt Michael Boldt nach der Ziellinie. Für den ehemaligen Leistungsschwimmer und Wasserballer des SV Neptun steht fest: Das war garantiert nicht das letzte Freiwasser-Abenteuer.


Altersklassensieg ohne Neopren:
Krefelder Urgestein bezwingt den Bodensee
